Ankunft und danach… ?

 

Alle Formalitäten sind abgewickelt, sie haben das ganze Prozedere der Adoption durchlaufen und nun ist der Tag der Ankunft Ihrer Fellnase da… Sie sind aufgeregt und wir sind es auch… jedes Mal wieder!

 

Damit auch alles reibungslos verläuft und Sie und Ihr neues Familienmitglieder ohne Komplikationen zueinander finden können, hier einige wichtige Ratschläge für Sie, die wir alle gemeinsam aus unserem eigenen Erfahrungsschatz zusammengetragen haben:

 

Vor der Ankunft

 

Bereiten Sie Ihrem neuen Familienmitglied einen Schlafplatz (Körbchen oder Decken) und stellen Sie Wasser und Futter bereit.

 

Der Neuankömmling wird sich mit der Zeit selbst seine Lieblingsschlafplätze suchen und Ihnen zeigen, wo er sich am wohlsten fühlt (meistens dort, wo Sie auch sind…). Direkt nach der Ankunft aber ist er erst einmal sehr erschöpft und benötigt einfach nur einen Platz, auf dem er schlafen und sich von den Anstrengungen der Reise und der damit verbundenen Aufregung erholen kann.

 

Da die Hunde die Reise nüchtern antreten, hat er mit großer Wahrscheinlichkeit Hunger, außerdem ist mit einem gefüllten Futternapf sofort ein guter erster Eindruck verbunden.

 

Haben Sie einen Welpen oder einen Hund, der noch nie in einem eigenen Zuhause gelebt hat, adoptiert? Überlegen Sie bitte, welche Teppiche von hohem Wert, Wert- gegenstände im Haus, Kleinstmöbel, Schuhe Sie auf gar keinen Fall neu anschaffen wollen und räumen Sie sie eine kurze Weile weg. Wahrscheinlich wird Ihr neuer Mitbewohner kein Interesse an kautechnischen Umgestaltungen haben, aber sicher ist sicher und erspart viel Ärger.

 

Bereiten Sie Ihren Pkw, mit dem der Hund am Flughafen abgeholt werden soll, entsprechend vor.

 

Oft kann ein Hund am Flughafen direkt aus der Flugbox geholt werden und tritt die Heimreise an doppelter Leine im Auto an, je nachdem wie ihr Pkw geartet ist, sollte sich auf der Rückbank eine kuschelige Decke befinden, ganz wichtig aber ein Gurtgeschirr für Hunde, das eine Sicherung für die Reise auf der Rückbank ist.

 

Es ist aber auch durchaus möglich, dass das neue Familienmitglied am Flughafen nicht aus der Box genommen werden kann/will. Dann sollte in Ihrem Pkw die Möglichkeit bestehen, den Hund in der Box in sein neues Zuhause zu transportieren und dort in der Wohnung/Haus erst aus der Box zu lassen.

 

 

Doppelte Sicherung des Hundes

 

Besonders wichtig ist, dass der Hund mit dem Zeitpunkt der Ankunft für die nächste Zeit, mindestens aber acht Wochen doppelt gesichert werden muss, am besten mittels eines normalen sowie eines Sicherheitshalsbandes oder –geschirrs.

 

Empfehlenswert hierfür sind z.B. Moxon- oder Retrieverleinen. Bei Halsbändern bzw. Leinen dieser Art ist es dem Hund unmöglich, sich in Sekundenschnelle herauszuwinden. Dies gilt auch für Sicherheitsgeschirre, die neben Hals- und Brustgurt noch einen weiteren kurz nach dem letzten Rippenbogen um den Bauch führen. Es ist dem Hund nicht möglich, rückwärts aus einem solchen Geschirr zu entkommen, der Bauchgurt rutscht nicht über den Brustkorb.

 

Für ehemalige Straßen-Hunde bedeutet die Reise nach Deutschland großen Stress, sie werden mit ihnen unbekannten Situationen und Menschen konfrontiert und wissen nicht, dass nun ein besseres Leben beginnen soll.

Mancher Vierbeiner ergibt sich klaglos in sein Schicksal, ein anderer benimmt sich, als habe er noch nie etwas anderes gemacht oder woanders gelebt. Viele (gerade Angsthunde) aber möchten die nächste Gelegenheit zur Flucht nutzen, die sich bietet.

 

Sie entlaufen, ohne einen Bezug zu ihrer neuen Familie aufgebaut zu haben und ohne die Umgebung zu kennen. Schlimmstenfalls passiert das direkt am Flughafen, während der ersten Rast auf der Fahrt ins neue Zuhause oder beim ersten Spaziergang.

 

Bitte unterschätzen Sie diese Gefahr nicht – Hunde sind in Stresssituationen wahre Entfesselungskünstler und steigen aus normalen Halsbändern und auch Geschirren in enormer Geschwindigkeit aus, ohne dass Sie noch die Möglichkeit haben, das zu verhindern.

 

Beugen Sie deshalb bitte mittels doppelter Sicherung vor!

 

Verhaltensregeln für den Fall, dass Ihr Hund doch einmal entläuft, finden Sie unter „Entlaufen – und jetzt?

 

 

Die Ankunft im neuen Zuhause

 

Der wichtigste Rat, den wir Ihnen mitgeben möchten, ist: gewähren Sie Ihrem neuen Vierbeiner Zeit – und das in jeder Hinsicht.

 

Der Verlust der vertrauten Umgebung (und sei sie noch so trostlos oder gefährlich), ein anstrengender Flug mit der Prozedur des Ein- und Auscheckens und den damit verbundenen Verladevorgängen, den Druckunterschieden während des Flugs und den Motorengeräuschen, fremde Menschen an den Flughäfen – all das ist für die meisten unserer Hunde großer Stress. Sie kommen hungrig und sehr müde in Deutschland an.

 

Lassen Sie Ihren Hund deshalb in seinem neuen Zuhause erst einmal völlig in Ruhe. Bitte bedrängen Sie ihn nicht (auch Kinder sollten wissen, dass das neue Familienmitglied erst einmal nicht gestreichelt werden sollte, dass es noch keine Lust zum Spielen hat) und bitte machen Sie ihn auch nicht am ersten Tag gleich mit allen anderen Verwandten und Freunden bekannt. Dazu ist in den folgenden Wochen noch ausreichend Gelegenheit.

 

Manches Mal haben unsere Hunde einen sehr intensiven Eigengeruch, wenn sie aus der Box kommen. Wenn Ihnen Ihr Vierbeiner im wahrsten Sinne des Wortes „stinkt“, stellen Sie ihn bitte nicht direkt nach der Ankunft in die Dusche – oft hilft es, wenn Sie einfach nur ein warmes, feuchtes Handtuch benutzen und ihn, wenn er das duldet, ein wenig abreiben damit.

 

Ihr Vierbeiner wird vielleicht nur ein wenig Futter aufnehmen und dann erschöpft in seinem neuen Körbchen die Anstrengungen der vergangenen 24 Stunden wegschlafen. Morgen ist auch noch ein Tag…

 

 

Die ersten Tage nach der Ankunft…

 

… werden geprägt sein vom gegenseitigen Kennenlernen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich einige Tage Zeit nehmen können, zusammenzuwachsen…

 

Je nach Wesen, Temperament und gegebenenfalls auch Prägung des Hundes wird er sich seine neue Umwelt erschließen: manch einer mutig nach vorne, der andere wieder zögernd und schüchtern.

 

Wichtig ist, dass sie vom ersten Moment an ruhig und bestimmt Hausregeln einhalten:

Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Hund Ihr Sofa okkupiert, verwehren Sie ihm dies von Anfang an;

Wenn Sie nicht möchten, dass er am Tisch sitzt und Ihnen jeden Bissen in den Mund schaut, verwehren Sie es ihm;

Wenn er sich quer in Ihre Türen legt, bestehen Sie ruhig und bestimmt darauf, dass er aufsteht…

 

Lassen Sie bitte nicht anfänglich aus (falschem) Mitleid Verhaltensweisen zu, die Sie später nicht mehr dulden möchten – Ihr Verhalten in den ersten Stunden wird maßgeblich für das weitere Zusammenleben sein.

 

Bleiben Sie bei allem leise, ausgeglichen und bestimmt, zeigen Sie Sicherheit, nichts verunsichert einen Hund so sehr wie ein unsicherer Mensch mit unklaren Verhaltens-weisen.

 

Gewöhnen Sie sich an, Ihren neuen Vierbeiner anzusprechen bevor Sie ihn anfassen, unvermutete Berührungen (von hinten und/oder oben) können Angst und damit Abwehrreaktionen auslösen.

 

Machen Sie sich vertraut miteinander, vertraut mit der Umwelt, auch im Garten anfänglich bitte nur an der (Schlepp-)Leine, bitte niemals alleine auf den Balkon, vertraut mit dem Auto – erst dann besuchen Sie zum ersten Mal gemeinsam den Tierarzt.

 

Alle unsere Hunde kommen gechipt und geimpft, die erwachsenen Tiere auf Mittelmeerkrankheiten getestet und kastriert nach Deutschland – es besteht (außer in vorab besprochenen Ausnahmefällen) keine Veranlassung, das neue Familienmitglied gleich in den ersten Tagen mit einem Bluttest zu „malträtieren“ und das zart aufgebaute Vertrauen zu strapazieren.

 

Auf keinen Fall versäumen sollten Sie aber, Ihren Hund umgehend nach der Ankunft bei Tasso anzumelden: die Chip Nummer können Sie dem Impfausweis entnehmen.

Sollte Ihr Hund trotz aller Sicherungsmaßnahmen entlaufen, rufen Sie dort bitte erneut an und melden Ihren Hund als verlustig.

 

Eine wichtige Bitte noch zum Schluss:

  

Viele unserer Hunde haben einen Großteil ihres Lebens im Zwinger oder an der Kette verbracht, doch auch Straßenhunde und Hunde, die bereits aus einer Pflegefamilie kommen, verfügen oft nicht über so viel Kondition, dass sie gleich von Anbeginn an lange Spaziergänge durchstehen, geschweige denn genießen können.

 

Bitte bauen Sie die Kondition Ihres Hundes langsam auf, steigern Sie die Länge der Spaziergänge langsam und passen Sie sich dabei den Bedürfnissen Ihres Hundes an.

 

Für Welpen gilt die berühmte 5-Minuten-Regel: 5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat – ein 4 Monate alter Welpe sollte also nicht länger als 20 Minuten am Stück laufen müssen.

 

Die Gefahr, dass das Knochengerüst und Knorpelsystem der Hunde durch zu schnelle, zu hohe Strapazen nachhaltig geschädigt wird, besteht nicht nur bei jungen Hunden, auch bei erwachsenen Hunden kann es hierdurch zu Gelenkentzündungen, Bänderrissen und schlimmsten- falls sogar zu Knorpelabsplitterungen in den Gelenken oder Brüchen kommen.



Wir sind sicher: wenn Sie unsere Ratschläge befolgen, sind die ersten Schritte zu einer langjährigen Freundschaft gemacht.

 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch nach der Ankunft Ihres Vierbeiners jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite – zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!