… Ausreiseerschwernisse für griechische Streuner

 

Wir verfolgen seit 24. Januar die Behinderungen der Ausreise von adoptierten griechischen Straßentieren und haben mit unserem Partnerverein Stray.gr Rücksprache gehalten wie wir dazu beitragen können, die Situation zu entspannen und die bizarren und haltlosen Vorwürfe der Tierschutzgegner in Griechenland zu entkräften.

 

Mit unserer gemeinsam mit der Gruppe "Mein Ausländer - meine Liebe, mein Leben" am 02. Februar in Facebook gestarteten Aktion

 

„Zwei Fotos für die Straßentiere Griechenlands“

 

haben wir bislang über 650 Beiträge mit Fotos und Texten erhalten, aus denen Freude und Stolz über das Wohlergehen der ausländischen Familienmitglieder sprechen.  Diese Fakten widerlegen ganz eindeutig, dass die Hunde in Deutschland als Labortiere, in der Pelzverarbeitung oder gar in Tierbordellen missbraucht werden. Bitte beteiligen Sie sich mit einem Vorher-/ Nachherfoto, je mehr Teilnehmer wir vorweisen können, umso überzeugender ist die Botschaft dieser Aktion.

 

Zum Vorstand unseres Partnervereins gehören Mitarbeiter des panhellenischen Tierschutzverbandes, der intensiv das Gespräch mit den Verantwortlichen in der neuen Regierung Griechenlands sucht, um zu einer konstruktiven Lösung der Ausreise von adoptierten Haustieren innerhalb der EU zu kommen. Wir haben bereits erste Informationen zu positiven Ergebnissen erhalten und wünschen und hoffen, dass in naher Zukunft klare und allseits transparent einhaltbare Regelungen auf der Basis der geltenden EU-Gesetze geschaffen werden.

 

Überdies bestärkt uns die Entwicklung der letzten drei Wochen in unserer Überzeugung, dass nur Hilfe vor Ort im Rahmen von nachhaltigen Kastrationsprogrammen die Vermehrung der Straßentiere einzudämmen hilft und die Vermittlung in andere Länder auf Dauer überflüssig macht.

 

Wir werden aktuell über die Fortschritte berichten und informieren alle Familien, die auf die Ankunft ihrer Tiere warten, in gesonderten Mails.

 

Griechenland


Bereits in 2003 wurde ein Tierschutzgesetz verabschiedet, in dem die Fürsorge für die Streuner den Kommunen zugewiesen werden sollte.

 

A new law (law 3170 - FEK/Government Gazette 191/29.07.03), which was proposed by the Greek Ministry of Agriculture, and adopted in 2003 by the Greek government, should obligate municipalities to approach the stray problem according to internationally acknowledged guidelines.

 

Im März 2012 war es soweit, das geltende Gesetz nimmt die Gemeinden und Städte in die Verantwortung. Sie sind verpflichtet, die streunenden Hunde einzusammeln, in geeigneten Einrichtungen unterzubringen, zu kastrieren, medizinisch zu behandeln und einzuschläfern, soweit von einem Tier eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht.

 

Die Kommunen sind frei, dies allein, im Verbund mit anderen Kommunen oder in Zusammenarbeit mit Tierschutzvereinen zu lösen.

 

Jedes Tier soll durch einen Chip eindeutig identifizierbar sein und in einer Datenbank registriert werden. Tiere, die einen neuen Besitzer finden, werden auf der Basis eines Vertrags abgegeben, in dem die Daten des Besitzers (auch im Ausland) einzutragen sind, um den Verbleib des Tieres verfolgen zu können.

 

Die vollen Wortlaute der Gesetzestexte sind hier in englisch und griechisch eingefügt.



Griechisches Tierschutzgesetz englisch
AW-LAW 4039_2012_ENGLISH.pdf
PDF-Dokument [263.5 KB]
Griechisches Tierschutzgesetz griechisch
AW-LAW 4039_ 2012_GREEK.pdf
PDF-Dokument [6.0 MB]

 

Aufgrund der aktuellen Situation in Griechenland und der geringen Wertschätzung für die Streuner steckt die Umsetzung der Gesetzesinhalte in den Anfängen fest. Vereinzelt wurden Maßnahmen eingeleitet und mit Unterstützung ausländischer Organisationen umgesetzt, vorrangig dort, wo sich ein dem Tierschutz zugetaner Bürgermeister durchsetzen konnte.

 

Bemerkenswert, aber leider zu unbekannt ist die Pressemitteilung der Vorsitzenden der griechischen Tierärztekammer vom 18.07.2012 mit einem Aufruf an Tierärzte zur Bildung von Netzwerken, deren Mitglieder Streuner kastrieren sollen:

 

Pressemitteilung zur Streunerkastration

 

Zu Beginn dieses Jahres gab es eine Initiative zur Änderung des TS-Gesetzes 4039/2012, die die Definition „gefährlicher Tiere“ aufweichen und erweitern soll.

 

Bisher werden solche Tiere als gefährlich eingestuft, denen „ohne Provokation hervorgerufenes intensives aggressives Verhalten gegenüber Menschen und anderen Tieren nachgewiesen“ wurde. Die neue Definition stuft das Tier als gefährlich ein, wenn „ es mit oder ohne Erfolg einen echten oder versuchten Angriff vornimmt und/oder eine bedrohende Position und Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren einnimmt“.

 

Damit ist im weitesten Sinne jeder frei laufende Hund gefährlich, kann eingesammelt, getötet und verbrannt werden.

 

Hierzu die Stellungnahme des panhellenischen Tierschutzbundes:

 

Stellungnahme des panhellenischen Tierschutzbundes PFO
The_announcement_of_PFO.pdf
PDF-Dokument [26.4 KB]